ladyfest?

Als „Ladyfest“ gilt eine mehrtägige Kunstveranstaltung, die überwiegend von Frauen und Queers organisiert wird (vgl. Dowens 2007). Im Zuge dessen wird ein Angebot an Workshops, Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen mit queer-feministischer Thematik geboten. Die Wurzeln des Ladyfestes liegen in der Riot-Grrrl Bewegung und DIY (do it yourself) Bewegungen.

HINTERGRUND: Das erste Ladyfest fand im August 2000 in Olympia, Washington statt. Dieser Ort gilt zugleich als Geburtsstadt dieser Bewegung, die sich als Frauennetzwerk Anfang der 1990er Jahre aus einigen US-amerikanischen Frauenbands etablierte. Dabei setzen sich die KünstlerInnen mit Themen wie (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Sexualität, Marginalisierung in der Musik-Subkultur und DIY sowie mit Kultur und feministischer Politik auseinander. Die Riot-Grrrl Bewegung kann als eine Strömung innerhalb des Feminismus bezweichnet werden. Daraus entwickelte sich in weiterer Folge das Ladyfest: Gruppen die sich dem Titel „Lady“ bedienen, stellen sich explizit in die Tradition der Riot-Grrrls. Dabei wird die Figur einer Lady als Symbol und Sinnbild der hegemonialen Geschlechterordnung parodiert, um das System der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit aufzugreifen. Weiters wird der Existenz vielfältiger Lebensformen jenseits heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit Raum gegeben, um diese in den Zusammenhang mit geschlechtshierarchischen Differenzen innerhalb der Musikkultur zu thematisieren.

Ladyfeste können als mannigfaltige Versuche, in die Vielfachverwobenheit von Machtverhältnissen zu intervenieren, verstanden werden. Als Vielfachverwobenheit wird dabei das komplexe Ineinandergreifen von Geschlecht, Klasse, Nationalität, Ethnizität, Sexualität, Alter und diversen anderen Differenzkategorien bezeichnet. Dementsprechend betonen die Ladyfeste die heterogenen gesellschaftlichen Positionierungen der Organisierenden und der Zielgruppe (vgl. Groß 2006, S 5ff).

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